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 PFADFINDER
Pfadfindergeschichte
Was sind "Pfadfinder"?

PFADFINDERGESCHICHTE

Geschichte

Die Anfänge der Pfadfindergeschichte sind untrennbar mit der Person Baden-Powell verbunden und um ihn dreht sich deshalb der erste Abschnitt. Dann folgt ein Kapitel über die internationale Verbreitung der Pfadfinderidee bis zur Entwicklung zu den beiden Weltverbänden. Den größten Raum nimmt als drittes die Geschichte der Pfadfinder in Deutschland ein.


Baden Powell

Jedem Pfadfinder in der ganzen Welt sind die Buchstaben B.P. ein Begriff. Bezeichnen sie doch den „Chiefscout of the world", Sir Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, Lord of Gilwell.

Um den tieferen Sinn der Pfadfinderbewegung verstehen zu können, muss man sich zuerst mit der genialen Schöpferfigur beschäftigen, die durch ein Buch die Grundlage zu der großen pädagogischen Bewegung legte, die heute die ganze Welt umfasst.
B.P. wurde am 22. Februar 1857 als fünftes Kind von insgesamt sieben in London geboren. 2 Jahre später verstarb sein Vater, Professor für Theologie, Naturwissenschaften und Geometrie.

Bereits 19 Jahre später trat B.P. in die militärische Laufbahn ein, welche ihn zuerst nach Indien und später nach Afrika führte. Während dieser Zeit nahm B.P. die Eindrücke und Erkenntnisse auf, die sich später bei der Gründung der Pfadfinderbewegung als überaus fruchtbar erwiesen.

Aus den Treffen mit verschiedenen afrikanischen Stämmen, erhielt B.P. weitere Anregungen für die Pfadfinderidee. Die Gebräuche der Zulus fanden ihren Niederschlag im Pfadfinderpfiff und in den Pfadfindertänzen sowie dem Gruß. Die Idee des „Jamboree“, des im vierjährigen Rhythmus stattfindenden internationalen Pfadfindertreffens stammt von den Buschmännern.

Diese und andere Erkenntnisse setzte B.P. in seinem ersten Buch „Aids to scouting" für die Ausbildung der Kundschafter in der britischen Armee um. Das Buch erschien 1899, gerade als er im Verlauf des Burenkrieges die Leitung der Verteidigung der belagerten Stadt Mafeking hatte, und fand bald Einlass als Erziehungsmittel in verschiedenen Knaben- und Mädchenschulen. In diese Zeit fällt auch die Entstehung einer britischen militärischen Jugendorganisation, der Boys Brigade". B.P. wird 1903, nach einer Parade dieser Organisation aufgefordert, sein Buch „Aids to scouting" für diese „Boys Brigade" umzuschreiben. B.P. beschäftigte sich einige Jahre intensiv mit dem Problem der Jugenderziehung und entwickelte nach und nach eine Erziehungsmethode, die in der Welt ihresgleichen sucht.

Schließlich 1907 ist es soweit. B.P. fährt mit einer Gruppe von Jugendlichen aus allen Bevölkerungsschichten auf das erste Zeltlager der Pfadfindergeschichte auf „Brownsea Island" vor der Küste Englands. Die Teilnehmer trugen eine einheitliche Uniform, um die sozialen Unterschiede nicht erkennbar werden zu lassen. Das Lager bestätigte Baden-Powells Methode in allen Punkten und übertraf sogar noch seine Erwartungen. B.P. schrieb daraufhin sein nächstes Buch „Scouting for Boys". Eigentlich als Arbeitsbuch für die „Boys Brigade" gedacht, entwickelte sich das Buch zu einem Bestseller. Die Jugendlichen schlossen sich zu Gruppen zusammen, ohne jedoch der „Boys Brigade" beizutreten. Bereits ein Jahr nach dem Erscheinen des Buches trafen sich 11.000 Pfadfinder in London. 1910 zählte die Bewegung bereits 100.000 Mitglieder. Überall auf der Welt traf die Idee B.P.'s auf fruchtbaren Boden. Pfadfindergruppen schossen wie Pilze aus dem Boden. B.P. wurde von seinen Aufgaben in der Armee freigestellt, um sich ausschließlich der Pfadfinderbewegung widmen zu können.

Seine Frau, Olave St. Clair Soames, die er 1912 heiratete, war von seiner Idee ebenfalls so begeistert, dass sie den Anstoß zur Gründung von weiblichen Pfadfindergruppen gab. Kaum beeinträchtigt durch den ersten Weltkrieg, trafen sich Pfadfinder aus 21 Nationen zum ersten Jamboree 1920 in London, bei dem B.P. zum „Chiefscout of the world" gewählt wurde.

In der Folgezeit unterstützte und leitete B.P. die Gründung der Wölflings- und Roverarbeit. Weitere Bücher ergänzten die Pfadfinderidee und förderten deren Verbreitung.

B.P. starb, fast 84-jährig, am 8. Januar 1941 auf seiner Farm in Nyeri bei Nairobi in Kenia und wurde dort beerdigt. Er bat darum auffälliges Zeremoniell zu vermeiden. Sein Sarg, der auf einer Geschützlafette zum Grab gezogen wurde, war von drei Fahnen bedeckt: von der Fahne von Englands, von der Pfadfinderfahne mit dem Liliensymbol und der Pfadfinderinnenfahne mit dem Kleeblattsymbol. Sechs Scoutmaster trugen den Sarg zu Grabe. Als der Sarg versenkt wurde blies ein Trompeter den Pfadfinderpfiff.

Auf seinem Grabstein wurde ein Kreis mit einem Punkt darin eingemeißelt. Es ist ein Wegzeichen, eine verschlüsselte Nachricht, die nur Pfadfinder verstehen können. Es bedeutet: „Ich habe den Auftrag erfüllt und bin nach Hause gegangen.“

Kurze Extra Biographie mit Bildern
Baden Powell


 

(Baden Powell)

Internationale Verbreitung

Nachdem „Scouting for Boys“ in alle möglichen Sprachen übersetzt war nahm die Ausbreitung des Pfadfindertums einen rasanten Verlauf. Überall in Europa und Nordamerika schossen Pfadfindergruppen aus dem Boden.

Das erste große Pfadfindertreffen fand 1909 mit mehr als 11.000 Teilnehmern im Kristallpalast in London statt. Baden-Powell war sehr erstaunt, als er dort auch Mädchen traf, die ihm erklärten, dass sie Pfadfinderinnen seien. Für sie wurden 1910 die Girl Guides (Pfadfinderinnen; in den USA Girl Scouts) gegründet, die unter der Leitung von seiner Schwester Agnes Baden-Powell standen. 1911 werden die ersten Pfadfindergruppen in Deutschland gegründet. 1912 übernahm Olave Baden-Powell, Baden-Powells Frau, die Leitung der Pfadfinderinnenbewegung.

Da auch die jüngeren Brüder bei den Pfadfindern mitmachen wollten, wurde 1914 die Wölflingsarbeit eingeführt. Bereits 1916 wurde diese Arbeitsform grundlegend überarbeitet. Für die älter werdenden Pfadfinder wurde 1919 als dritte Altersstufe die Roverarbeit entwickelt. Im gleichen Jahr wurde Baden-Powell der Gilwell Park geschenkt, den er als Zentrum für die Ausbildung von Pfadfinderführern nutzte. Bereits sechs Wochen nach der Übergabe fand dort der erste Woodbadgekurs statt.

1920 wurde in London für die männlichen Pfadfinder das Boy Scouts International Bureau gegründet, in dem die Pfadfinderverbände weltweit zusammenarbeiteten und das später seinen Namen in World Organization of the Scout Movement (WOSM) änderte. Im gleichen Jahr fand auch das erste Weltpfadfindertreffen (Jamboree) in Olympia statt. Für die internationale Zusammenarbeit zwischen den Pfadfinderinnen war bereits 1919 der International Council entstanden, aus dem 1928 die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) hervorging.

Das erste große Pfadfindertreffen fand 1909 mit mehr als 11.000 Teilnehmern im Kristallpalast in London statt. Baden-Powell war sehr erstaunt, als er dort auch Mädchen traf, die ihm erklärten, dass sie Pfadfinderinnen seien. Für sie wurden 1910 die Girl Guides (Pfadfinderinnen; in den USA Girl Scouts) gegründet, die unter der Leitung von seiner Schwester Agnes Baden-Powell standen. 1911 werden die ersten Pfadfindergruppen in Deutschland gegründet. 1912 übernahm Olave Baden-Powell, Baden-Powells Frau, die Leitung der Pfadfinderinnenbewegung.

Da auch die jüngeren Brüder bei den Pfadfindern mitmachen wollten, wurde 1914 die Wölflingsarbeit eingeführt. Bereits 1916 wurde diese Arbeitsform grundlegend überarbeitet. Für die älter werdenden Pfadfinder wurde 1919 als dritte Altersstufe die Roverarbeit entwickelt. Im gleichen Jahr wurde Baden-Powell der Gilwell Park geschenkt, den er als Zentrum für die Ausbildung von Pfadfinderführern nutzte. Bereits sechs Wochen nach der Übergabe fand dort der erste Woodbadgekurs statt.




 

Pfadfinder in Deutschland

Maßgeblich an der Verbreitung des Pfadfindertums in Deutschland beteiligt war der deutsche Arzt Alexander Lion. Er übersetzte bereits 1909 „Scouting for Boys“ ins Deutsche.

1911 entsteht der erste Deutsche Pfadfinderbund - (DPB) Deutscher Pfadfinderbund.

Nach dem ersten Weltkrieg setzen die Verbände ihre Arbeit wieder fort. Die Bewegung erhält großen Zulauf junger Menschen die ihre Freizeit selbst gestalten wollen. Das System der Leitung durch jugendliche Gruppenführer kommt bei der Jugend der damaligen Zeit sehr gut an.

1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird die Pfadfinderbewegung verboten und in Hitlerjugend und den Bund deutscher Mädel eingegliedert um sie im Sinne der nationalsozialistischen Doktrin zu erziehen.

Jedoch leisten zahlreiche Pfadfinder aktiven Widerstand und führen ihre Arbeit im Untergrund fort. Dies geschieht vor allem bei den christlich geprägten Pfadfindern.

Nach Beendigung des zweiten Weltkriegs können die Verbände ihr Jugendarbeit wieder aufnehmen.

1948 Alliierte genehmigen Pfadfinderarbeit in Westdeutschland

1949 Gründung des "Ringes deutscher Pfadfinderbünde": CP, DPSG, BDP
Entstehung des Bundesjugendringes und Aufnahme des RdP.

1950 Aufnahme des RdP in die Weltorganisation WOSM.

Neben den vier so genannten Ringverbänden gibt es mehr als 140 weitere Pfadfinderbünde in Deutschland. Das Spektrum reicht vom Pfadfinderschaften mit ca. 100000 Mitgliedern wie der DPSG bis hin zu kleinen Gruppen um die 10 Personen. Nahezu alle deutschen Pfadfindergruppen sind in den alten Bundesländern angesiedelt, der Anteil der ostdeutschen Pfadfinder an der Gesamtzahl macht weniger als 5% aus.
Zwischen 1918 und 1933 wurden die Pfadfinder in Deutschland stark von der Jugendbewegung und damit von den Ideen der Wandervogel-Bewegung und der Bündischen Jugend beeinflusst. Diese Einflüsse wirken heute in der deutschen Pfadfinderbewegung fort. Vor allem darin unterscheiden sich die heutigen deutschen Pfadfinder von den Pfadfinderverbänden anderer Länder. Allerdings gibt es innerhalb der deutschen Pfadfinderbewegung Unterschiede, wie stark und auf welche Weise die einzelnen Gruppen durch die Jugendbewegung beeinflusst sind.

Traditionen und Formen, die aus der internationalen Pfadfinderbewegung stammen, sind unter anderem:
- das Motto Allzeit bereit und der Pfadfindergruß Gut Pfad,
- das Pfadfindergesetz und das Pfadfinderversprechen, - der Pfadfindergruß mit der linken Hand,
- die Pfadfinderkluft (oder auch Pfadfindertracht),
- das Truppprinzip, bei dem in einem Trupp nur Gruppen der gleichen Altersstufe zusammengeschlossen sind, die Leitung der Gruppen hauptsächlich durch Erwachsene, bei der Jugendliche lediglich Kleingruppen teilautonom führen können, die Verantwortung für die Gruppen aber immer bei erwachsenen Leitern liegt.

Aus der deutschen Jugendbewegung kommen zum Beispiel:

- die Verwendung von Kohten und Jurten,
- die Juja - Jungenschaftsjacke
- eine spezifische Singkultur mit einem charakteristischen Liedgut,
- das Auf-Fahrt-Gehen,
- das Stammesprinzip, bei dem Gruppen aller Alterstufen eines Ortes in einem Stamm (statt ursprünglich "Trupp") zusammengeschlossen sind,
- die Verstärkung des Prinzips „Jugend führt Jugend“ durch eine weitgehende Autonomie der Kleingruppe Sippe (statt ursprünglich "Patrouille"),

Insgesamt hat sich dadurch in der deutschen Pfadfinderbewegung ein stärkerer Bezug auf Arbeit in der Natur und Abenteuer als in anderen Ländern erhalten.


 

(Kohte)